Ungeahnte Probleme: Zimmerverteilung

Dienstag, 17. Juni 2008

Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, sondern aus dem Bauch heraus entschieden. Unsere Zimmer gehen an sich nirgendwohin raus, wo es laut werden könnte. Nun, zur EM und dem Fanfest zeigt sich die Fehlplanung. Es ist laut, wenn die weniger schweigsamen Nationen gewinnen. Wahlweise sonores betrunkenes Gegröhle oder hysterisches Frauengekreisch sind die Folge. Des Weiteren fiel mir auf, dass unser Bett an der Wand steht, die unser Nachbar zu belärmen pflegt. Was allerdings nur Semi-schlimm ist, denn auf der gleichen Etage ist das Spielezimmer der Kinder, in das man jederzeit umziehen kann.

Aber: die Zimmer zur ruhigeren Seite hinaus werden ordentlich warm im Sommer. Das geht im Spielzimmer der Kinder ja noch an, im Arbeitszimmer sitze ich dann schwitzend und schreibe wirre Texte wie diesen hier. Und außerdem habe ich ein Einrichtungsproblem im Kinderzimmer. Jetzt sind sie klein und süß, eines Tages muss aber der Marienkäferstyle weichen und dann wird es von Piraten und Dinos wimmeln. Sollte jetzt schon der ganzen Miffy-Kram dem rasanten McQueen aus dem "Cars"-Movie weichen? Ich habe dazu gegoogelt und einen denkwürdigen Link namens "Dem Maurice sein Zimmer" gefunden unter Zimmerschau.de.

Dem Maurice sein Zimmer gefällt mir übrigens ganz gut. Weit besser als diese rosafarbenen Alpträume, in denen ein kleines Baby haust. Es wird mir mein Leben lang nicht einleuchten, wieso ein 6 Monate altes Kind mit rosa Tinnef behängt wird. Ich hoffe, es geht euch auch so.

Da schau her: der Einzug

Montag, 2. Juni 2008

Es ist passiert, wir sind umgezogen.

Ein Magen-Darm-Kranker und ein stämmiger Hausmeister haben uns geholfen. Die Kinder haben es stoisch hingenommen. Das ganze Gehampel für nichts.

Jetzt bin ich im Gardinen-Rausch. Kennt jemand Frau Tulpes Onlineshop? Da gibt es bezaubernde Gardinenstoffe für das Kinderzimmer. Unser Kinderzimmer haben wir verapfelt, hier ist die Version in rosa:

Entzückend, aber leider nicht so kräftig ist der Pilzstoff.

Außerdem umwickelt Frau Tulpe unsere Stoffbestellung immer sehr liebevoll mit zartem Geschenkband. Ich mag Frau Tulpe.


Für das Karma-Punkte-Konto

Freitag, 16. Mai 2008
Ich weiss ja nicht, wie der Saldo eures Karma-Punkte-Kontos aussieht, aber ich war vorgestern garstig zu meinem Kind und bin tief in den Dispo gerutscht. Um nicht im nächsten Leben als Kakerlake oder Naomi Campbells Assistentin wiedergeboren zu werden, habe ich für die Nothilfe in Myanmar (Burma) gespendet. Warum ausgerechnet dort? Weil die Helfer dort bereits vor Ort sind, das schien mir sinnvoll. Praktischerweise kann man einfach online spenden, Ausreden gelten nicht!

Erster Teaser in der neuen Wohnung: Kranbegegnung

Sonntag, 4. Mai 2008


Der Schlüssel ist übergeben und es gilt, das große Söhnchen (schon fast 3) in die neue Wohnung zu locken. Prachtvoll strahlt sie uns an, eine adrette Treppe führt nach unten und wenn man dann unten ist, lädt sie direkt zum Hochgehen ein. Eine fleissige Treppe, eine Zier ihrer Art.

Söhnchen aber findet die Treppe nicht gut. Man muss dazu wissen, dass die neue Wohnung aussieht wie die alte, aber eben über zwei Etagen und spiegelverkehrt. Davon wird Sohnemann schwindelig. Und mir auch, als ich in die Zimmer gehe. Unten im Kinderzimmer haben wir einen großen Plastikkran installiert. Beziehungsweise samt Karton einfach mitten ins Zimmer gestellt. Auspacken soll er ja.

Und dies gleich als erster Tipp.

Was voll Gutes in das neue Kinderzimmer stellen.

Ich als aufgeklärter, moderner, wenn auch leicht übergewichtiger Mensch bin ja kein Fan von Bestrafungen oder Belohnungen, aber den Kran hab ich ihm ja nicht geschenkt. War ja die Wohnung. Wahrscheinlich sogar die Treppe, die edle, gute.

Und es hat übrigens auch geklappt. Das sich sträubende Kind ins Untergeschoss geschoben, Karton gezeigt, großes "Ohhhhh" gemacht und schon wird der Karton umkreist. Ausgepackt und zwei Stunden bespielt. Kind und Wohnung haben sich kennengelernt. Der Kran bleibt natürlich in der Wohnung, denn der wohnt ja da. Vielleicht ziehen wir ja auch ein, dann kannst du mit dem Kran in einem Zimmer wohnen?

Pläne für das neue Domizil 2.0

Montag, 21. April 2008

Umzug heisst Shopping. Ich liebe Umzug. Umzug mit Kind heisst shoppen für den, der schon alles hat. Ich liebe Umzug mit Kind.

Und ich liebe diese Lampe von bidibidibi, weil sie superbillig (9,95) ist und nett aussieht und bidibidibi auch in Hamburg sitzt. Auch zu empfehlen sind die Sitzsäcke, Kindergrößen, aber auch für Erwachsene. Bezogen mit Cord in allen Farben und absolut erschwinglich.


Pläne für das neue Domizil 1.0

Montag, 21. April 2008

Wir haben Glück. Die Wohnung steht uns einen Monat lang zur Verfügung, da die Vormieter früher ausziehen. Nun heisst es Pläne schmieden, um den Großen auf die neue Wohnung vorzubereiten. Ich habe heimlich auf dem Flohmarkt einen tollen großen Kran besorgt und die so ziemlich schönsten Wandaufkleber, oder neudeutsch Wallsticker. Ich konnte mich kaum entscheiden zwischen den Designs von Anna Wand, A Better Tomorrow, und noch vielen hübschen weiteren Motiven. Geheimtipp für Hamburg: Die Wohngeschwister in der Schanze (Sternstraße) bieten neben wunderschönen Tapetenstickern auch andere außergewöhnliche Wohnaccessoires.

"Too Hot To Handle", A Better Tomorrow

Kluger Ratschlag 3.0 Umzug mit Schulkindern

Dienstag, 8. April 2008

Schulkinder


Bedenken Sie, dass ein Umzug meist einen Schulwechsel bedeutet.

Rechnen Sie eine Eingewöhnungszeit von bis zu sechs Wochen ein, neue Lehrpläne, neue Lehrer und neue Freundschaften können nicht so schnell unter einen Hut gebracht werden.

Wenn Sie Einfluss auf den Umzugstermin haben, überlegen Sie, was Ihnen wichtiger ist: Ein Start in der neuen Schule zum ersten Schultag? Das bedeutet allerdings, dass sich das Kind nicht in den Ferien in der neuen Umgebung eingewöhnen konnte. Startet man noch vor den Ferien, dann entgehen dem Kind ein paar freie Wochen mit den alten Freunden.
Wägen Sie ab, was günstiger für die Familie ist.
Prüfen Sie, wo die Schule im Lehrplan steht. Wird aufgrund des Schulwechsels wegen Umzugs Nachhilfeunterricht für Ihre Kinder erforderlich, kann dieser bis zu einer Höhe von 1.349 Euro pro Kind geltend gemacht werden (vgl. § 9 Abs. 2 Bundesumzugskostengesetz BUKG). Bis zur Hälfte dieses Betrages werden die Ausgaben voll berücksichtigt, darüber hinaus nur noch zu drei Viertel.
Zeigt ihr Kind nach der Eingewöhnungszeit von sechs bis acht Wochen noch Anzeichen von Stress und Unwohlsein, überprüfen Sie seine Situation. Suchen Sie das Gespräch mit den Lehrern und natürlich auch mit Ihrem Kind.
Nach den ersten Schultagen hat das Kind vielleicht Lust, ein paar neue Schulkameraden nach Hause einzuladen, damit kann es Kontakte knüpfen, aber auch Sie können beobachten, wie sich das Kind in der Situation zurechtfindet.


Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, dem Kind neue Betätigungsfelder zu eröffnen. Die ersehnten Tanzstunden, die Mitgliedschaft im Fußballverein bieten die Chance, neue Freunde zu finden, lenken aber auch vom Umzugsstress ab.






Umzug in Hamburg mit Baby und Kleinkind

Montag, 7. April 2008

Au Weia. Jetzt hat es geklappt. Wir ziehen über den Hausflur. Denn: Unsere Nachbarn ziehen aus. Und wir ziehen ein. In 4 Zimmer mit Treppe. Erwähnte ich schon meine Gedanken zum Thema "Treppe in der Wohnung"? Ja? Schade. Ich kanns nicht oft genug sagen.

Unsere Wohnsituation ist bis dato theoretisch ja noch hinnehmbar, 3 Zimmer für 2 Erwachsene, 1 Kleinkind und ein kleines Baby. Kleinkind und Baby schliefen bisher bei den Eltern, das kleinste Zimmer ist ein Spielzimmer und Stauraum. Irgendwie doof.

In der neuen Wohnung wird es nun zwei Etagen geben, wohin also mit dem Kinderzimmer? Auf die gleiche Ebene wie das Elternschlafzimmer, denn auch wenn unser Großer mit 2,5 Jahren unerwartet und aus eigenen Stücken in sein eigenes Zimmer übersiedelte, so vernehmen wir doch fast jede Nacht so gegen 3 Uhr kleine patschende Schritte über den Flur und ein heiseres "Mamaaaa?" kündet von minderjährigem Besuch. Dann werden eiskalte Füsschen an Papas Bauch gedrückt und die Mama beiseite geschoben. Klingt das gemeinsame Schlafen für irgendjemanden gruselig? Keine Angst, es gibt keinerlei Spätfolgen. In einer große-Immobilienwüste wie Hamburg spart es sogar Raum. Nun haben wir Raum und es gilt, ein Kinderzimmer einzurichten. Und wie richtet man ein Kinderzimmer ein, das zuerst vom großen Kind bewohnt wird, später von beiden Kindern und noch später wieder von nur einem Kind? Ich finde das Bett nicht ganz unwichtig. Wir haben uns für ein flexibles Bettensystem entschieden. Erst halbhohes Hochbett mit Spielecke darunter. Dann Hochbett mit zweitem Bett darunter (das altbekannte Etagenbett). Später dann Hochbett mit Schreibtisch darunter. Eine Menge Bettenmodelle mit diesen Ausbaumöglichkeiten kann man sich bei Wallenfels anschauen.

Kluger Ratschlag 2.0 Umzug mit Kleinkindern

Dienstag, 1. April 2008

Kleinkinder

Gerade das Kleinkindalter ist für Umzüge optimal. Die Kinder fühlen sich meist dort wohl, wo die Eltern sind.
Beim Packen der Umzugskartons kann das Kind helfen, wenn Sie vorher mit ihm besprochen haben, dass sein Hab und Gut natürlich mit umzieht und die Reise in den Kartons unternimmt. Machen Sie ihm klar, dass seine Sachen ihm nicht weggenommen werden. Lieblingsspielzeug wird natürlich nicht eingepackt, sondern leicht erreichbar in einer Tasche oder auf dem Arm verwahrt.
Es gibt für viele Altersstufen Kinderbücher, die das Thema Umzüge thematisieren, auch aus der beliebten Conni-Serie („Conni zieht um“). Als Pixie-Buch kann es das Kind überall hin begleiten und mit den Eltern gemeinsam gelesen werden. Notfalls können Sie sich aber auch gemeinsam mit dem Kind eine Geschichte ausdenken, die abends vor dem Schlafengehen immer weiter gesponnen wird.
Den Umzug selber verbringt das Kind –sofern möglich- besser bei einer vertrauten Aufsichtsperson. Dass das eigene Zimmer ausgeräumt wird und viele Menschen durch das Haus laufen, kann ein sensibles Kind überfordern. Weniger sensible Kinder könnten auf die Idee kommen, ein wenig mitzuhelfen, was trotz guten Willens möglicherweise den gegenteiligen Effekt erzielt.
Eine Betreuung außerhalb des Umzugsgeschehens erspart allen Beteiligten viel Stress. Ein Umzug ist übrigens kein geeigneter Moment, um Veränderungen einzuführen. Neue Kinderzimmermöbel, eine sofortige Eingewöhnung in den ersten Kindergarten, der Auszug aus dem Elternschlafzimmer, das sollte alles warten, bis das Kind in der neuen Umgebung ein wenig zur Ruhe gekommen ist. Bezugspunkte, die dem Kind Geborgenheit vermitteln, sind jetzt besonders wichtig.

Neues von der Hamburger Wohnungssuche

Dienstag, 1. April 2008

Es tut sich etwas. Eine 4-Zimmer-Wohnung schimmert am Horizont. Und das Schönste: sie hat eine Treppe.

Es gibt Menschen, die haben eine Treppe in der Wohnung. Ich kanns nicht oft genug bestaunen. Eine Treppe! In der Wohnung! Crazy.
Und die steht da nicht nur so, NEIN, die verbindet auch noch das obere und das untere Stockwerk miteinander! Und jetzt kommt der Gimmick: Man kann sie nicht nur HOCH, sondern auch -OBACHT- HINUNTERlaufen. Hat bestimmt die NASA erfunden.

Ganz klar auch Schwachpunkt der Wohnung. Das ist wie mit diesen Telefon- Anrufbeantworter-Kombigeräten: wenn der Anrufbeantworter kaputtgeht, kann man das Telefon gleich mit wegwerfen. Falls man die Treppe nicht mehr hoch kommt, muss man sie trotz intakter Hinunter-Funktion entsorgen. Auch doof. Und am Ende kommt noch Ökotest und dann ist das Verbinden von Ober- mit Untergeschoss krebserregend. Kennen wir ja. Mit uns können sie es ja machen, die feinen Herren da oben.

Dennoch, mit einer Treppe in der Wohnung "hat man es geschafft". Finde ich.

4 Zimmer sind es also, Gästetoilette, 2 Balkone, Staffelmiete. Staffelmiete, wie finde ich das? Staffelmiete muss erstmal nach Höhe und nach voraussichtlicher Entwicklung der Mieten betrachtet werden. Also eine Steigerung um 3 % in einem erblühenden Viertel ist für mich hinnehmbar. Wir unterschreiben.


Mittendrin, aber nicht voll dabei: Karlsruhe

Montag, 31. März 2008

Wohnungssuche in Karlsruhe. Ein dunkles Kapitel.

Zwar hatte die Suche bei der HomeCompany, einem Portal, dass möblierte Wohnungen auf Zeit vermittelt, eine kleine Auswahl ergeben, aber die war mir für Karlsruhe zu mager.

Ich fand schnell ein bezauberndes kleines 1-Zimmer-Appartment, auf dessen Balkon ich die hübsche Aussicht auf meinen neuen Arbeitgeber genießen konnte. Und ich lernte etwas über Umzüge in neue Städte: LERNE DIE VIERTEL KENNEN!

"Wer den Tod nicht scheut, zieht nach Oberreut", dies ist der mittlerweile gefühlte eine Million Mal gehörte Satz, den die Nennung meines neuen Wohnviertels nach sich zog. Dabei ist Oberreut garnicht so schlimm. Als ich die WOhnung besichtigte, schien die Sonne. Die Strassenbahn zog vor dem Gebäude der Badenia-Versicherung ihre Kreise, Kinder spielten auf den Strassen. Eine kleine charmante Siedlung.



Es ist nichts konstant hier in Karlsruhe, alles bewegt sich, das beobachtete ich an einer Socke, die an einer Bushaltestelle lag. Halb zusammengerollt, am Anfang wirkte sie frisch und jung und ungestüm. Einen Tag später thronte eine Schnecke auf ihr, die mich hämisch verspottete und mich hinter meinem Rücken nachäffte, ehe sie über die Socke kroch. Ich eilte weiter. Abends dann fand ich die Socke übel zugerichtet, Schleimspuren zogen sich kreuz und quer über sie, eine wahre Kriechorgie muss die Schnecke veranstaltet haben, sicher war sie ganz außer Atem. Tags darauf schneite es und bedeckte den Tatort.

Oberreut wird in erster Linie von Russlanddeutschen bewohnt. Man verriet mir, dass Karlsruhe eine der ersten Anlaufstellen für diese war. Und so zog man ihnen ein hübsches Neubauviertel mit nicht allzu hohen Häusern hoch. Früher war Oberreut vielleicht übel beleumundet. Jetzt kann ich es mir nicht erklären.

Nur diese Sockensache...

Eine Woche später lag an der gleichen Stelle wieder eine Socke. Schon wieder! Auf Piratenschiffen und in Arenen voll mit Gladiatoren reißen sich die feurigen Kerle in den Augenblicken größter Aufgewühltheit die Hemden von der haarigen Brust. Das russische Gefühls-Aktionsäquivalent scheint das vom-Fuss-rupfen der Socke zu sein. Sympathische kleine Schrulle, das. Seltsam leblos lag sie da, ich schaute weg.



Guckt mal, so ist Karlsruhe. Manchmal deprimierend und langweilig, ja, aber irgendwie auch fremd und wild.






Städte-Bashing, die Zweite

Sonntag, 16. März 2008


Karlsruhe. Ach Karlsruhe. Umzug nach Karlsruhe, umziehen nach Karlsruhe, im Umzugs-LKW nach Karlsruhe, ein Jammer.

Vielleicht wird es einige interessieren, dass es eine gute Idee ist, beim abschließenden Bewerbungsgespräch, also in dem Moment, in dem alle ihren Kummerbund lockern und die Gamaschen abwerfen, das Thema Umzugskosten als Zuckerl aufs Tablett zu bringen.

Umzugskosten für Umzüge von Stadt zu Stadt sind nicht gerade gering. Selbst für eine 1-2 Zimmer Wohnung bis zu 60 qm liegen diese nur für Ein- und Ausladen plus Transport bei 600-1200 Euro. Bei 3-4-Zimmern ist man schnell bei 2000 Euro. Interessant ist für manche Arbeitgeber auch der Vorschlag, sich aktiv am Umzug zu beteiligen. Das heisst natürlich nicht, dass man sich einen Nachmittag die Klempnerfalte des neuen Chefs anschauen muss, wann immer er einen schweren Schrank hebt. Sondern dass das Unternehmen einen Umzugstransporter, Fahrer oder Helfer stellt.

So wie mein überaus liebenswerter Ex-Arbeitgeber, der mir einen Fahrer samt Transporter nach Oldenburg schickte. Was übrigens sehr wichtig war, denn ich habe, nein: ich hatte keinen Führerschein. Umzug ohne Führerschein. Geht auch.

Aber ich schwoff ab, also Karlsruhe. Der Oscar für das knusprigste Hähnchen geht zweifelsohne an die Gockelburg.

Die Gockelburg-Hähnchen spotten jeder Beschreibung und setzen neue Maßstäbe in Sachen Krossheit. Scharf oder mild, mit Brot oder ohne. Mehr Entscheidungen sind nicht zu fällen. Leute, meidet den vollgemüllten Schloßgarten und geht zur Gockelburg!

Kulinarisch ist Karlsruhe ein Knaller. Neben der Gockelburg lockt auch Kofflers Heuriger ein Restaurant mit Biergarten, in dem man astreine österreichische Spezialitäten bekommt. Bedauerlich allerdings ist die Papageienhaltung dort.

"Wo bleibt denn da das Städtebashing??" werdet ihr jetzt schnaubend ausrufen, aber nur mit der Ruhe, ich habe fertiggepriesen. Jetzt kommt der Rest.

Karlsruhe wird bewohnt von Karlsruhern, die ein liebenswerter Menschenschlag sind, die sehr gut kochen. Aber kein deutsch können. Sich aber über andere beschweren, die es auch nicht können. "Karlsruhe hat ein Ausländerproblem" ist ein Satz, den man in Karlsruhe so oft hört wie "Nein, wir haben immer noch keine bezahlbare Wohnung gefunden" in Hamburg oder "Gott, was ist es hübsch hier" in Oldenburg. Mindestens 10 Leute haben mir dies in breitestem Karlsruherisch mitgeteilt. In meinen zwei Jahren Karlsruheaufenthalt habe ich nicht einen einzigen Ausländer kennengelernt. Möglicherweise bezogen sich alle auf den Mangel an Ausländern?

Hier in Hamburg stapeln sich die Ausländer geradezu, aber nie habe ich eine Beschwerde darüber gehört. Man geht multikulti Krupuk essen beim Bok oder Kumpir beim Türken. Ohnehin hängt halt Hamburg an schönen Tagen auf dem Galao-Strich in der Schanze und portugiest sich einen hinter die Binde (haha, klasse Wortspiel). Wohin sollen denn die Szene-Schnuffis ihre engen Röhrenjeans tragen, wenn nicht zu Ausländern und ihrer Gastronomie? Karlsruher vor, zeigt mir eure Ausländer.

Meine Meerschweinchen -Südamerikaner- wussten schon, warum sie all diese Stunden schimpfend im Umzugstransporter saßen. Ich inzwischen auch. Karlsruhe!

Kluger Ratschlag: Vor dem Umzug ist nach dem Umzug?

Dienstag, 11. März 2008

Wie reagieren Kinder auf den Umzug?

In erster Linie hängt dies natürlich vom Alter des Kindes und der Entfernung zum alten Wohnort ab, aber allgemein verlieren Kinder durch einen Umzug die vertraute Umgebung, manchmal auch die Freunde. Die Kindertagesstätte, die Schule, der Spielplatz, alles ist plötzlich möglicherweise weit weg.
Sehr wichtig ist es, das Kind in den gesamten Umzug, auch bereits bei der Planung einzubeziehen. Beantworten Sie Fragen, erklären Sie Gründe und lassen Sie das Kind auch aktiv teilhaben, indem Sie seine Vorschläge aufgreifen. Kinder können bei der Farbwahl und auch bei Einrichtungsplänen leicht mitentscheiden. Erwarten Sie nicht zuviel, besonders bei kleineren Kindern wird es kein langes klärendes Gespräch geben, hier wird Information eher häppchenweise abgefragt. Hauptsache, Sie stehen zur Verfügung.
So wird der Umzug nicht zum großen gewaltigen Ereignis, auf das das Kind keinen Einfluss hat. Eine Entdeckungstour rund um die neue Wohnung, die Suche nach dem besten Spielplatz, dem nächsten Schwimmbad oder ein Besuch bei der neuen Schule machen die neue Umgebung weniger Angst einflößend.
Achten Sie auf Stressreaktionen, sowohl vor als auch nach dem Umzug. Bettnässen, Schlafstörungen, Ticks, Daumenlutschen, verstärktes Provozieren, Konzentrationsschwächen, all das kann durch die neue Situation ausgelöst werden. Das Kind drückt damit seine Machtlosigkeit aus, vielleicht auch seine Unfähigkeit, seinen Kummer zu verbalisieren. Werden Sie nicht wütend, unterdrücken Sie seine
Gefühlsäußerungen nicht. Machen Sie ihm klar, dass es in Ordnung ist, jetzt traurig zu sein. Bieten Sie auch hier Gespräche an. Fassen Sie in Worte, was das Kind traurig macht, wenn es das noch nicht alleine kann.
Überrennen Sie es nicht mit positiven Aussichten, wenn das Kind noch dabei ist, seinen Kummer "auszufiebern". Ein "Du bist jetzt traurig, weil...." ist manchmal besser als "Aber schau doch wie schön es werden wird, du musst garnicht niedergeschlagen sein!".

Das große Kartonpacken kann auch zum Ausmisten genutzt werden: Besprechen Sie mit Ihrem Kind die Möglichkeit, Spielsachen und Bücher auszusortieren und an Hilfsorganisationen abzugeben. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs, dass es Kinder gibt, die keinerlei Spielzeug haben. In den Spendensack kann dann auch gleich die nicht mehr passende Kinderkleidung wandern.
Kurz vor dem Tag X darf natürlich die Abschiedsparty nicht fehlen. Eine große offizielle Möglichkeit zum Verabschieden gibt Ihnen und dem Kind die Möglichkeit, Adressen auszutauschen und Fotos zu machen, die man sich beim ersten Heimweh gemeinsam anguckt.


Right at it, Trumpfi! Umzug mit Tier 2.0

Freitag, 7. März 2008

Bei meinem ersten Umzug mit Tier vor drei Jahren hatte der Trumpfbert ein Grubenunglück simuliert. Das dicke Schweinchen presste sich durch das Seitenteil einer Klapp-Box aus Plastik. Auf dieser leeren Box stand eine zweite, schwer beladen, mindestens 10 Kilo schwer. Jene brachte die untere Box nach der vom Schwein verursachten Instabilität zum einstürzen, bzw. zum vom Erfinder vorgesehenen Zusammenklappen. Stunden vergingen. Dann klappernde Schlüssel, nämlich meine an der Wohnungstür. Schmerzerfülltes Wimmern aus der Küche, schnell wird eine Box zur Seite gestoßen und ein plattes, schweißgebadetes Nagetier befreit. Das Nagetier war benommen und irgendwie merkwürdig geformt. Mein Herzbluten angesichts der eigenen Rabenmütterlichkeit kompensierte ich durch verzweifeltes Wiederbelebungsstreicheln. Das Schwein war trotzdem sauer.

Andere gute wohnungsrelevate Geschichte in einer Tiersendung:



Ein Dornenteufel, eine eher kleine Echse, die, der Name verrät es, dornenartige Hornauswüchse am ganzen Körper hat, lebte in einer Erdhöhle, die er eines Tages mal wieder verließ, um sich die Beine zu vertreten. Als er zurückkehrte, war eine Mäusefamilie in seiner Höhle eingezogen. An dieser Stelle kam ein klassischer Satz:



Der

Dornenteufel

staunt

nicht

schlecht.


Faustdicke Lüge. Vermutung, Unterstellung. Wer eine Echse geistig parat hat, kann mit ihr keinen einzigen Gesichtausdruck verbinden ausser der default-Einstellung absoluter Gleichgültigkeit. Vielleicht ihre Art, Seriosität zu vermitteln. Hier fällt mir auf, dass Echsen sehr adrette Tiere sind. Hat je einer eine schlampige Eidechse gesehen? Echsen sind die Nachrichtensprecher unter den Tieren. Eine Ausnahme allerdings: die Warane, denen häufig die Essensreste für Stunden aus dem Mundwinkel hängen. Von so jemandem möchte ich noch nicht einmal
den Wetterbericht hören.

Ach ja: Mäusefamilie und Dornenteufel arrangierten sich. Gibt es eine Moral aus der Geschichte? Falls ja, bitte niederschreiben und mir schicken.






Umzug mit Tier

Donnerstag, 6. März 2008


Der Chef des Meerschwein-Clans hiess Trumpfbert. Eigentlich hiess er lange Zeit erstmal garnicht, dann brachten ihm gewisse Eigenschaften den Arbeitstitel "Pinkelkönig" ein, bis eine Meerschweinsitterin beim Tierarzt steif und fest behauptete, das Tier hiesse wirklich und endgültig Pinkelkönig. Der Krankenakten-Eintrag "Ernst-August" (den ich mir damals schnell aus den Rippen geschwitzt hatte, weil mir "Pinkelkönig" lieblos vorkam und Ernst-August immerhin Pinkelprinz war) könne nur ein Irrtum sein und man möge doch bitte am richtigen Namen des Tieres festhalten. Danach habe ich ihm dann doch einen amtlichen Namen gegeben.




Aber einsam schien er mir. Also ging ich zu Karstadt und forderte leidenschaftlich "Geben Sie mir das schönste Schweinemädchen, dass die Welt je gesehen hat!" Eilfertig reichte man mir das bildschöne Wesen, dass fortan an des Erstschweins Seite ruhte und der er sich nur noch mit ehrfürchtiger Verehrung näherte. Sie war weiss-milchkaffeefarben mit einem rosa Näschen und zarten rosa Pfötchen, die stets adrett und anmutig nebeneinander lagen.


Das zarte Wesen nannte ich Selma.
Sie erblühte von einem schmalen schüchternen Mädchen mit großen runden Augen zu einer kurvigen prachtvollen Diva, die die Nacht mit dem perfekten Schnäuzchen auf dem breiten Rücken des Pinkelkönigs verbrachte. Meerschweinchen sind Rudeltiere und verbringen viel Zeit miteinander, aber das war die ganz große Liebesgeschichte zwischen dem wettergegerbten Draufgänger und der High-Society-Lady. Selma geriet streng nach Rassevorschrift, sie war praktisch viereckig, mit langen seidigen weißen Haaren.



Eines Tages trat dann eine Brünette in ihr Leben. Schweinchen Betty war nicht beliebt unter ihresgleichen und wurde zu mir abgeschoben. Der Pinkelkönig war unentschlossen. Betty war schlank, wildfarben und machte keine Zicken. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen und er zog nachdenklich an seiner Zigarette, aber vielleicht hockte er auch nur mümmelnd in der Ecke, während sich die Weiber kloppten. Selma blieb siegreich und auch in ihrem neuen zuhause wurde Betty nicht die First Lady.