Kluger Ratschlag: Vor dem Umzug ist nach dem Umzug?

Dienstag, 11. März 2008

Wie reagieren Kinder auf den Umzug?

In erster Linie hängt dies natürlich vom Alter des Kindes und der Entfernung zum alten Wohnort ab, aber allgemein verlieren Kinder durch einen Umzug die vertraute Umgebung, manchmal auch die Freunde. Die Kindertagesstätte, die Schule, der Spielplatz, alles ist plötzlich möglicherweise weit weg.
Sehr wichtig ist es, das Kind in den gesamten Umzug, auch bereits bei der Planung einzubeziehen. Beantworten Sie Fragen, erklären Sie Gründe und lassen Sie das Kind auch aktiv teilhaben, indem Sie seine Vorschläge aufgreifen. Kinder können bei der Farbwahl und auch bei Einrichtungsplänen leicht mitentscheiden. Erwarten Sie nicht zuviel, besonders bei kleineren Kindern wird es kein langes klärendes Gespräch geben, hier wird Information eher häppchenweise abgefragt. Hauptsache, Sie stehen zur Verfügung.
So wird der Umzug nicht zum großen gewaltigen Ereignis, auf das das Kind keinen Einfluss hat. Eine Entdeckungstour rund um die neue Wohnung, die Suche nach dem besten Spielplatz, dem nächsten Schwimmbad oder ein Besuch bei der neuen Schule machen die neue Umgebung weniger Angst einflößend.
Achten Sie auf Stressreaktionen, sowohl vor als auch nach dem Umzug. Bettnässen, Schlafstörungen, Ticks, Daumenlutschen, verstärktes Provozieren, Konzentrationsschwächen, all das kann durch die neue Situation ausgelöst werden. Das Kind drückt damit seine Machtlosigkeit aus, vielleicht auch seine Unfähigkeit, seinen Kummer zu verbalisieren. Werden Sie nicht wütend, unterdrücken Sie seine
Gefühlsäußerungen nicht. Machen Sie ihm klar, dass es in Ordnung ist, jetzt traurig zu sein. Bieten Sie auch hier Gespräche an. Fassen Sie in Worte, was das Kind traurig macht, wenn es das noch nicht alleine kann.
Überrennen Sie es nicht mit positiven Aussichten, wenn das Kind noch dabei ist, seinen Kummer "auszufiebern". Ein "Du bist jetzt traurig, weil...." ist manchmal besser als "Aber schau doch wie schön es werden wird, du musst garnicht niedergeschlagen sein!".

Das große Kartonpacken kann auch zum Ausmisten genutzt werden: Besprechen Sie mit Ihrem Kind die Möglichkeit, Spielsachen und Bücher auszusortieren und an Hilfsorganisationen abzugeben. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs, dass es Kinder gibt, die keinerlei Spielzeug haben. In den Spendensack kann dann auch gleich die nicht mehr passende Kinderkleidung wandern.
Kurz vor dem Tag X darf natürlich die Abschiedsparty nicht fehlen. Eine große offizielle Möglichkeit zum Verabschieden gibt Ihnen und dem Kind die Möglichkeit, Adressen auszutauschen und Fotos zu machen, die man sich beim ersten Heimweh gemeinsam anguckt.