Ächz. Vorrausschauend sogar: Ächz I

Mittwoch, 6. Februar 2008

So, liebes Immonet, nun zeig mal, was du kannst.

Komischerweise habe ich Hemmungen, Wohnungen über eine Zeitung zu suchen. Ist es die Angst vor der Verbindlichkeit des Analogen? Kürzlich sah ich eine digitale Hausnummer. Ganz unvermittelt, man geht die Fischerstrasse entlangt, Nummer 10 schwarze Frakturschrift auf Eierschalenweiss, Nummer 12 strenges Arial auf schwarzem Grund und PENG ein LED-Display mit Hausnummer 14. Zuerst kam es mir sinnlos vor. Hausnummern, das ist Beständigkeit, Unabänderlichkeit, Ewigkeit. Aaaaber: Wenn man ein Haus besitzt und umzieht, was kann man dann mitnehmen und an das neue Haus ranmachen und die aktuelle Hausnummer eingeben? Na? Genau. Leider habe ich kein solches Display ergooglen können.

In den Zeitungen stehen ja immer so tolle Wohnungen drin, "4 Zimmer in toller Lage für 970 Euro warm" zum Beispiel. Ich schaffe es dennoch nicht, dort anzurufen. Was nicht im Internet steht, existiert nicht. Eine Analog-Angebot-Annehmschwäche, AAAS. Was wiederum im Internet steht, ist auch mit Vorsicht zu genießen. Manch dauerhaft angebotene Wohnung wird zum Weggefährten, dem man jede Woche wieder "Hallo!" zuruft, wenn der Benachrichtigungsservice die neuesten Angebote heranschwemmt. Noch immer frage ich mich, was so schlecht ist an dieser 4-Zimmer-Wohnung in Eppendorf, die mich nun schon seit bald einem halben Jahr verfolgt. Auf immer hat sich der Straßenname in mein Gedächtnis eingebrannt, Tarpenbekstraße. Auf indianisch: "Da, wo die Wohnung ist, die keiner will", oder so ähnlich.

Mein Mann hingegen hat sich sofort in eine Wohnung im schicken Szeneviertel verliebt. Im Exposé gibt es eine Frontalansicht des Hauses. Nett, im ersten Stock mit sehr großen Balkon. Der Balkon bildet gleichzeitig das Dach für den Vorbau des darunterliegenden Lokals, das mit einem großen Schild für "Fussball live!" wirbt. Eine Wohnung über einer Fussballkneipe. War nach einer Stunde offensichtlich weg, die Anzeige unauffindbar. Gottseidank.


Es geht los. Geht es los?

Mittwoch, 6. Februar 2008

Leider geht es mit dem Wohnraum nicht wie mit den Hüften, je mehr Kinder dazu kommen. Es dehnt sich nichts aus. Unsere Hoffnung, dass den 2,5 Zimmern über Nacht möglicherweise noch ein weiteres Zimmer dazuwächst, hat sich nicht erfüllt.

Dabei wohnen wir doch recht platzsparend, Mama, Papa, ein Zweijähriger und das Baby. Ein Kinderzimmer braucht man erst ab zwei Jahren, vorher stellt man sich einen Babybalkon ans Elternbett oder nimmt einfach eine Seite der Gitterstäbe aus dem herkömmlichen Babybett. Zumindest das erste Lebensjahr ist dies die Empfehlung zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods. Das Spielzeug wird ohnehin durch die ganze Wohnung geschleift, verteilt und mit Reiswaffelresten verziert.

Aber man muss in die Zukunft schauen: eines Tages werden beide Söhne ein eigenes Zimmer fordern. Und spätestens mit der ersten Freundin wird es im Familienbett doch recht eng.

Wohnung suchen. Los.


Gerade Hamburg zählt neben München oder Frankfurt zu den Städten mit der höchsten Selbstmordrate unter Wohnungssuchenden. Könnte ich mir zumindest vorstellen. Obwohl doch für Hamburg und andere Großstädte Immonet eine helfende, wenn auch mitunter leicht schwitzige Hand reicht. Es ist kein Spaß, 4 Zimmer zu wollen.