Herbstimpressionen festhalten
Großangelegte Wohnungsum- und Aufräumaktionen haben den Vorteil, dass auf einmal wieder Schätze aus der Versenkung auftauchen, die man längst verloren geglaubt oder völlig aus dem Gedächtnis verdrängt hat. Kann zu großen Gefühlsausbrüchen (Liebesbrieffunde), melancholisch weingeschwängerten Abenden (das alte Familienalbum) oder zu neuen Ideen der Freizeitgestaltung führen (Huch, da ist ja das alte Fitnessfahrrad).
In meinem Fall war es eine Mischung aus allem. Ein altes Album mit getrockneten Blättern, Fotos von als Kind selbst gebastelten Kastanienfiguren und anderen Naturimpressionen war der Auslöser. Tief vergraben in diesen praktischen Stapelboxen, die quasi meine gesamte Abstellkammer verstopfen. Vor gefühlten 100 Jahren zusammen mit meinem Paps einen ganzen Herbst lang zusammengestellt und nach Beendigung als Meisterwerk gefeiert.
Was läge näher, als jetzt bei diesem Schmuddelwetter eine Neuauflage dieses Kunstwerkes zu erstellen? Meine Kids waren begeistern. Sie favorisieren Kastanientiere, ich selbst bin da eher fürs Drachenbauen. Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Herbstbastel-Ideen. Und das beste: Das Bastelmaterial liegt quasi auf der Straße.
Sollten die Zwerge irgendwann ausziehen, werde ich ihre Alben in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in den Tiefen ihres Gerümpels verstecken und abwarten. Irgendwann werden sich die Dinger schon wiederfinden. Und dann kann wieder herrlich in der Vergangenheit geschwelgt werden.
